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Weiterreiten oder Winterpause?

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Islandpferde Halten und Reiten im Winter

Mit einigen einfachen Überlegungen kommen Sie sicherlich zu einem Ergebnis, das für Sie und Ihr Pferd passend ist.

Winterpause?


Im Herbst haben Sie bestimmt einen Leistungsabfall bei Ihrem Pferd bemerkt. Dieser ist in den meisten Fällen unbedenklich, denn er gehört zum normalen Biorythmus eines Robustpferdes, das seine Energie jahreszeitlich für Fellwechsel, kalte Temperaturen und knappes Futterangebot (instinktiv jedenfalls) spart. Zieht sich diese lustlose Phase über einen längeren Zeitraum hin (ca. November bis Dezember), so kann eine Winterpause von ca. 3 Monaten helfen, in der Regenerationsphase neue Kraft und Energie zu schöpfen. Ähnlich verhält es sich mit einigen Reitpferden, die man über einen längeren Zeitraum intensiv gearbeitet hat. Auch hier kann eine Winterpause kleine Wunder bewirken. Im Frühjahr erwartet Sie dann ein hochmotiviertes Pferd, das Sie nicht mehr wiedererkennen werden.

Auch eingerittene Pferde, oder Pferde die allgemein ein längeres Ausbildungsprogramm absolviert haben, sind über eine Winterpause dankbar, in der sie am liebsten artgerecht in der Herde wieder "Pferd" werden können.

Bei welchen Pferden sollten Sie von einer Winterpause absehen?

Islandpferde sind Individualisten. Einige Pferde bauen neben den Kontakten zu ihren Artgenossen tiefe Beziehungen zu "Ihren" Menschen auf. Sie sind an regelmäßigen Umgang und Beschäftigung mit dem Mensch gewöhnt und leiden sichtbar, wenn sie ohne "Aufgabe" nur so den Tag auf der Weide verbringen.

Andere sehr menschenscheue, als schwierig geltende Pferde haben mühsam den Umgang mit den Mensch gelernt. Eine Winterpause würde hier wieder zu einer "Auswilderung" führen, und der Kontakt müsste vollständig neu aufgebaut werden.

Hat Ihr Pferd Rückenprobleme, ist es besonders steif oder hat ähnliche Rittigkeitsprobleme?

Dann ist eine längere Trainingspause auch meistens eher ungünstig, und Sie müssten am Anfang wieder "enorm kleine Brötchen backen" und sich ein gut geplantes Trainingsprogramm ausdenken, bis Sie dort anfangen können, wo Sie aufgehört haben.

Und Last, but not least, sollten Sie Besitzer eines zukünftigen Turnierstars sein, dann sollten Sie zumindest über die Länge der Winterpause nachdenken. Zum einen benötigen Sie Zeit, um Stärken wieder aufzubauen und Schwächen zu korrigieren; zum anderen benötigen Sie allein für den Aufbau einer ordentlichen Grundkondition ungefähr gut zwei Monate.

Was müssen Sie beachten, wenn Sie Ihr Pferd weiterreiten möchten?

Auf alle Fälle benötigen Sie in der Regel einen Stallplatz, so dass Sie Ihr Pferd zum Abshwitzen und Trocknen vorübergehend Aufstallen können. Wenn Sie Ihr Pferd jahreszeitlich gerecht bewegen oder arbeiten, kann es ausreichend sein, das Pferd für einige Stunden aufzustallen. Hat Ihr Pferd stärker gearbeitet und deshalb vermehrt geschwitzt, muss Ihr Pferd wahrscheinlich eine ganze Nacht im Stall verbringen, bis es wieder trocken ist. Allerdings sollte dies die Ausnahme sein, denn der Winter ist eben nicht die Jahreszeit für Höchstleistungen. Selbstverständlich können Sie Ihr Pferd eindecken, wenn es geschwitzt hat.

Ist Ihr Pferd gesund und hat ein normales Fell, dann decken Sie auf keinen einfach nur ein, "damit es nicht friert!" Islandpferde sind dann eben doch Robustpferde und brauchen für die Bewältigung der klimatischen Bedingungen im Winter keine künstliche Unterstützung. Übrigens: Damit Ihr Pferd im Winter auch mit den Bodenverhältnissen klarkommt, kann es entweder

 

Noch eine kurze Schlussbemerkung:

Sollten Sie im Dezember so richtig im familiären Weihnachtsstress sein und sich darüber ärgern, dass die Tage so kurz sind, dann geben Sie Ihrem Pferd ruhig frei. Sie werden es auch an sich selbst bemerken: So eine kleine Winterpause kann Wunder wirken und im Frühjahr haben Sie vielmehr davon, wenn Sie sich ohne Stress und Druck und schlechtes Gewissen wieder ausgiebig mit Ihrem Pferd beschäftigen können.

Autorin: Suzan Beuk

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